Umorientierung beim Denkmakschutz?

04.10.2016 · Bezirksfraktion

Die UWG hat mit großem Bedauern den Verfall und Abriß des denkmalgeschützten Hauses Gertrudisstraße 20 zur Kenntnis nehmen müssen. Nach den Erfahrungen der für Bochum zuständigen Unteren Denkmalbehörde in der Sache und deren Schlußfolgerungen für die zukünftige Arbeit hat die UWG in einer offiziellen Anfrage die Verwaltung gefragt. Die Antwort der Verwaltung hat die UWG-Bezirksfraktion  sehr getroffen. Daher wurde der Oberbürgermeister in einem Schreiben gebeten, seine Sicht der Dinge zu den bedauernswerten Vorgängen zu erläutern. OB Eiskirch teilt dazu nunmehr in einem Antwort-Brief an die UWG mit, daß alles unternommen werden müsse, unser historisches Erbe zu bewahren. Gleichzeitig nimmt der OB das Verhalten der Unteren Denkmalbehörde in der Sache in Schutz, da diese ihre Möglichkeiten konsequent im Rahmen von ordnungsbehördlichen Verfahren genutzt habe, um die früheren Eigentümer zu Sicherungsmaßnahmen am Gebäude aufzuforden. Eine das Gebäude letztendlich schützende „Ersatzuvornahme“ der baulichen Sicherungsmaßnahmen durch die Verwaltung selbst bzw. einen von ihr beauftragten Bauaunernehmer sei nicht erfolgt, weil es an den entsprechenden Personalressourcen und den erforderlichen finanziellen Mitteln  gefehlt habe. Weitere Fälle dieser Art, so der OB, sollen jedoch verhindert werden und die Verwaltung soll dazu alle verfügbaren Möglichkeiten nutzen. Dabei werde, so der OB, nunmehr auch im Einzelfall geprüft, inwieweit finanzielle und personelle Ressourcen aus anderen Fachbereichen genutzt werden können. Letztlich bleibe aber das Verwaltungshandeln auf absehbare Zeit an die begrenzten finanzuiellen Spielräume der Stadt gebunden. Klaus-Peter Hülder, UWG-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung und Mitglied im Kulturausschuß, dazu: „Es ist schade, daß die Haltung des OB offensichtlich erst jetzt in der Verwaltung an Bedeutung gewinnt. Denkmalschutz kann entsprechend seiner Bedeutung nicht nach aktueller Aktenlage betrieben werden. Wir sind froh darüber, daß der Oberbürgermeister mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält und nunmehr für Klärung gesorgt hat. Wir gehen daher von einer Umorientierung des städtischen Denkmalschutzes aus“.


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