Erstellung eines Armutsberichtes der Stadt Bochum

04.10.2016 · Ausschüsse und Gremien

Antrag zur Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales am 08. September 2016 folgendes beschließen:

Erstellung eines Armutsberichtes der Stadt Bochum

Der Ausschuss möge beschließen:

Die Verwaltung erstellt jährlich einen kommunalen Armutsbericht in Kombination mit dem Sozialbericht bzw. dem Bericht „Ortsteile Kompakt“ mit dem Ziel, Armut und ihre Auswirkungen frühzeitig zu erkennen, armutsbekämpfende Maßnahmen zu entwickeln und einzuleiten, damit bestehende Fördermöglichkeiten effizienter eingesetzt werden können.

Dabei sollen grundlegende Daten aus Sozial- und Jugendamt, Amt für Wohnen, der Agentur für Arbeit und des Job-Centers, und aus weiteren nachfolgenden Institutionen und deren Daten, wie Inanspruchnahme der Wattenscheider Tafel und der Suppenküche in Bochum, für die Erstellung des Armutsberichtes mit herangezogen werden.

Gleiches gilt für die Berücksichtigung der Angebote der Bochumer Wohlfahrts- und Sozialverbände im Zusammenhang mit dem Thema Armut und der Beratungszahlen der Schuldnerberatung.

Bei der Erstellung des Berichtes sollen zentrale Themen wie die steigende durchschnittliche Verschuldung der Bochumer Bürger, die Inanspruchnahme von Hilfen aus dem Bildungs- und Teilnahmepaketes, Stromsperrungen wegen Zahlungsschwierigkeiten, Angebote von sozialen Hilfen etc. berücksichtigt werden.

 

Armut bedeutet bekanntermaßen den Verlust von Kaufkraft. Es soll konkret geprüft werden, ob ein Zusammenhang von Armut und den Leerständen in der Innenstadt bzw. in den Ortsteilen und in welchem Ausmaß, besteht.

Diese und noch zu benennende Daten mögen durch die Verwaltung und maßgebliche Organisationen ergänzt werden.

Begründung:

Auf Grundlage eines Armutsberichtes sollen Förderinstrumente, welche Menschen aus ihrer Armutslage helfen können, entwickelt und gezielt eingesetzt werden.

Armut gibt es auch in Bochum. Von Armut betroffen sind auch hier überwiegend von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen, Obdachlose, Familien mit mehreren Kindern und Alleinerziehende mit Kindern. Menschen, die auf ALGII oder Sozialhilfe angewiesen sind, fallen unter dem Armutsbegriff. Hinzu kommen all jene, die Arbeit haben, deren Lohn jedoch unter der von der EU definierten Armutsgrenze liegt. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass die Zahl der in Bedarfsgemeinschaften lebenden Kinder immer weiter zunimmt und die Kinder somit in Armut aufwachsen. Aber auch ältere Menschen sind zunehmend von Armut betroffen, auch die „Altersarmut“ nimmt zu.

Ein Armutsbericht dient somit der gezielten Förderung derjenigen Maßnahmen, die betroffene Menschen aus der Armut führen können. Er ist mithin notwendige Grundlage zur Optimierung der Armutsbekämpfung.

Hans Josef Winkler

 


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